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Mittwoch, April 07, 2010

Bericht aus Namibia

Namibia, Windhoek

Einer meiner Freunde hat sechs Jahre in Namibia gelebt und schreibt uns in einem kurzen Bericht über seine Eindrücke von diesem wunderschönen afrikanischen Land:


Namibia 1994-2000

Namibia, das im Süden Afrikas liegt und an Angola, Botswana und Südafrika angrenzt, ist das Land, in dem ich von 1994 bis 2000 gelebt habe. Meine Familie und ich sind dorthin gezogen, weil mein Vater dort eine Stelle an der örtlichen deutschen Schule namens D.H.P.S. (Deutsche Höhere Privatschule) angenommen hatte.

Wenn man Deutschland verlässt und am 29. Dezember in Namibia ankommt, bedeutet das, dass man mit einem Temperaturunterschied von 30 bis 40° C zurechtkommen muss. Dies liegt an der Tatsache, dass Namibia auf der Südhalbkugel liegt und dort Sommer ist, wenn bei uns Winter ist – und umgekehrt.


Im Allgemeinen sind die Temperaturen im Sommer ziemlich hoch während sie währen der Wintermonate sehr niedrig sind, vor allem in der Wüste. Das Klima kann jedenfalls als „trocken“ beschrieben werden. Während es im Norden Namibias eine subtropischen Gegend gibt, wird der Rest von zwei großen Wüsten beherrscht – der Namib und der Kalahari.

Windhoek, die Hauptstadt, liegt im Zentrum Namibias, 1700m über dem Meeresspiegel und ist mit 340000 Einwohnern Namibias größte Stadt.
Wenn man dort eine Weile lebt und sie mit einer normalen, europäischen Stadt vergleicht, bekommt man den Eindruck, dass die Uhren dort irgendwie langsamer ticken. Trotzdem findet man dort alles, was man braucht, angefangen bei Hotels, Bars und Kneipen über gut ausgestatteten Sporteinrichtungen, bis hin zu Parks und Supermärkten.



Windhoek ist deswegen auch ein guter Start um Namibia zu besuchen, aber die erste „echte“ Eindruck, wie Namibia wirklich ist, kommt beim Reisen in Richtung der berühmten Naturreservate oder den Städten.

Die Distanzen zwischen den Attraktionen kann man am besten als „weit“ bezeichnen und man sollte sich nicht von all den Zäunen entlang der Straßen verwirren lassen. Sie zeigen einem eindeutig, dass es eine Farm oder ein Naturreservat neben der Straße gibt.



Der berühmte Etosha Park ist eine der Hauptattraktionen. Er ist riesig, 300km erstrecken sich von Ost nach West und 110km von der Nord- bis zur Südgrenze. Nur ein Teil davon ist für Touristen geöffnet und man kann in drei verschiedenen Camps unterkommen. Während meiner Zeit in Namibia habe ich den Etosha Park mehrere Male besucht und ihn mit anderen wie demKrüger Park in Südafrika und dem Moremi Park in Botswana verglichen. Ich denke, dass es in keinem anderen Naturreservat einfacher und entspannender ist Tiere zu beobachten, vor allem in der Trockenzeit!

Ein weiteres Highlight ist die Wüste Namib. Ich erinnere mich noch gut an diese eine Situation, in der wir das Auto mitten im Nirgendwo geparkt hatten und es nichts weiter gab als eine unglaubliche Szenerie und noch wichtiger: Stille. Keine Züge, Autos, Flugzeuge, kein Wind, keine Tiere, nur Sand und ein paar Steine.
Wenn man beim sogenannten „Sossusvlei“ ankommt und zu einer der höchsten Sanddünen aufschaut, dann ist das schon irgendwie überwältigend.

Die Städte Swakopmund und Lüderitzbucht liegen an der Atlantikküste und vor allem Swakopmund ist einen Besuch wert. Wenn man durch die Straßen läuft, kann man leicht vergessen, dass man eine afrikanische Stadt besucht. Viele Gebäude und Straßennamen haben ihre Wurzeln in der Kolonialzeit, einige der Straßennamen wurden trotzdem in den vergangenen Jahren geändert.

Ein weiterer Aspekt, der mir in den Sinn kommt was den namibianischen Lifestyle betrifft, ist die große Vielfalt beim Essen und Trinken. Ganz oben steht Fleisch, das meistens bei einem Barbecue zubereitet wird. Man bekommt alle möglichen Fleischarten, inklusive Antilope und Krokodil. Wenn es zubereitet wird, während man die Sonne am Horizont untergehen sieht, schmeckt es gleich zweimal so gut.

Sechs Jahre später haben wir Namibia verlassen und wussten, dass es nicht nur zum Urlaub machen in Deutschland war, sondern für immer, was nicht einfach war. Der europäische „way of life“, auch in einem kleinen Ort, ist ziemlich hektisch; die Städte sind ziemlich voll. Nachdem ich von Januar bis August 2001 wieder in der Schule gewesen war, bin ich wieder nach Namibia geflogen um Urlaub zu machen und Freunde zu treffen. „Wo wollen Sie denn gerne hinfahren?“ fragte die Dame im Reisebüro. „Namibia natürlich, zwei Wochen bitte...!“

(Ein Bericht von Sebastian Kettler)

Wir haben auf unserer Homepage zwei Reisen für Namibia Liebhaber und solche, die es noch werden wollen...http://www.familien-reisen.com/laender/afrika/namibia - schauen Sie doch mal rein!