Donnerstag, Februar 28, 2013

Nachhaltige Fernreisen? Geht doch gar nicht..

Chitwon, Nepal, Feburar 2013

Indisches Panzernashorn

Ganz oft höre ich Kritik an unseren Reisen, die sich mit der Flugproblematik befassen: Nachhaltiges Reisen und massiver Kerosinverbrauch, das passe nicht zusammen. Wenn man es sich einfach macht, stimmt das. Wenn man einen Stück weit hinter die Kulissen schaut, ist es nicht ganz so einfach:

Ich nenne hier mal zwei Beispiele:

1) Die Indischen Panzernashörner
Was haben denn indische Panzernashörner mit der Flugproblematik zu tun? Vieles! Als ich 1998 das erste mal den Chitwon-Nationalpark besucht habe, mussten wir uns nur 20 Minuten auf einem Elefanten durch den Park bewegen und sahen mehr als 20 dieser wunderschönen Tiere. Als ich 2007 dort war, sahen wir gerade mal eines nach einem 5-stündigen Ritt. Jetzt, 2013 haben wir in zwei Stunden vier Nashörner entdeckt. Auf Nachfrage bei der Parkleitung ist die Population inzwischen wieder stabil bei 600 Exemplaren.

Woran liegt diese Entwicklung? 

Ich bin keine Biologe und auch kein Wissenschaftler, der in einer Doktorarbeit über die Populationsschwankungen referieren kann. Aber eines ist augenfällig: Die Population ändert sich mit der Anzahl der Touristen im Nationalpark! In der Blütezeit des Tourismus wurden die Nashörner von der Armee vor Wilderern geschützt. Als die Soldaten gegen die Maoisten kämpfen mussten ging die Population drastisch zurück. Keine Touristen = Kein Schutz für seltene Tiere!

2) Das Begnas Lake Resort (Pokhara)
Blick auf den Begnas-See

Dieses kleine, aber feine Hotel am Begnas-See arbeitet nach den Regeln des Nachhaltigen Tourismus:
  • Die Beschäftigten kommen aus der Region und werden (hoffentlich!) fair bezahlt. 
  • Die Produkte kommen aus der Region
  • Ausflüge werden nicht selbst, sondern von Bewohnern der Umgebung durchgeführt
  • Eigener Gemüseanbau
  • Naturverträgliche Abwasserversorgung
  • Recycling
Das Hotel liegt einsam und verlassen in einer ziemlich unzugänglichen Region und dient hier als Vorbild für nachhaltige Entwicklung. Die Bewwohner der Gegend legen Wert auf Umweltschutz und Gesundheit. Etwas, das in Nepal eher selten der Fall ist. Auch hier sind Natur- und Ökotouristen ein wichtiger Baustein in der nachhaltigen Entwicklung einer Region.

Wir bieten zwei Reisen nach Nepal an, wo Sie sich vor Ort von meinen Aussagen überzeugen können:
1) Nepal for family - eine Familienreise, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in Nepal auseinandersetzt.
2) Vogelbeobachtung in Nepal und Nordindien 

Wie gesagt, ich bin kein Wissenschaftler, ich habe mich aber vor Ort nach bestem Wissen und Gewissen informiert und mit den Protagonisten gesprochen. Ich diskutiere das Thema gerne mit Euch weiter. Aber meiner Meinung nach ist nachhaltiges Reisen, wenn man es ernsthaft und konsequent betreibt, durchaus akzeptabel. Also ich habe mit Sicherheit kein schlechtes Gewissen, Fernreisen nach Nepal und in andere Länder zu unternehmen.

Ich wünsche noch viele spannende Reisen!

Rainer

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Rainer Stoll
travel-to-nature GmbH
Tel. ++49 7634 5055-10









6 Kommentare:

Marietta hat gesagt…

Lieber Rainer,
ich kann Dein Anliegen und auch Deine Begründung für nachhaltiges Reisen voll und ganz unterstützen. Wichtig ist, wenn man Fernreisen unternimmt, sich nicht in Bettenburgen und 5*-Hotels einzunisten, sondern sich vor Ort mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit einem Moped fortzubewegen, bei den Einheimischen zu essen und in kleinen Bungalows von Einheimischen zu nächtigen. Ich reise jetzt auch schon ein paar Jahre in Drittländer und ich sehe, wie wichtig es ist, die Devisen im Land bei den Einheimischen zu lassen und diese damit zu unterstützen und wenn man noch ein bisschen Geld in der Urlaubskasse übrig hat, dann kann man noch mehr Gutes tun und Bedürftigen das Geld schenken!
Denn für uns sind € 50,- nicht viel, für Einheimische ist das ein Monatslohn oder sogar noch mehr und davon können mehrere Familienmitglieder leben und einem selbst tut das nicht wirklich weh....

Anonym hat gesagt…

Ich verstehe Leute, die (wie übrigens auch ich gerne) in andere Länder reisen, um diese zu entdecken.
Ich habe jedoch wenig Verständnis für Menschen, die um die halbe Welt fliegen, um sich dann dort 2 Wochen durchgehend an den Strand zu knallen. Dafür, denke ich, reicht doch auch das Mittelmeer. In diesem Falle ließe sich dann die Umwelt auch sinnvoll schonen und nebenbei auch noch Geld sparen.
Klar: man kann schließlich niemandem vorschreiben, was er mit seinem Geld macht und wo er Urlaub verbringt, aber Verständnis für ein derartiges Desinteresse an anderen Ländern, Kulturen, Sitten usw. habe ich nicht.

Oliver B. hat gesagt…

ach, Rainer, habe übrigens meinen Namen eben vergessen:
Oliver

Oliver B. hat gesagt…

Rainer, jetzt weiß ich nicht, ob meine Name Dich erreicht hat.
Ich habe das eben bezüglich der Strandurlauber geschrieben.

Anonym hat gesagt…

Zählt zur Nachhaltigkeit des Reisens auch, dass auf dieser Seite Werbung für "afrikanische Singlefrauen" geschaltet ist?

Olli

Unknown hat gesagt…

Hallo Olli,

die Werbung auf der Seite kann von uns nicht beeinflusst werden.

Saludos

Rainer