Überall in Costa Ricas "Zona Sur" sind diese prähistorischen Steinkugeln (span.: bolas) zu finden. (Im Foto links ein Ausstellungsstück aus dem Nationalmuseum in San José)Sie sind aus Granit und nahezu perfekt rund. Man weiß, dass sie von Menschenhand an die Fundstellen gebracht worden sein müssen, da das Material dort nicht vorkommt. Wie diese Kugeln, die ein Gewicht von bis zu 15 Tonnen und einen Umfang von bis zu 3 Metern haben, dorthin verbracht worden sind, ist unbekannt. Auch über die Bedeutung dieser bolas gibt es nur wage Vermutungen, die von religiösen Gründen bis hin zu einem Statussymbol innerhalb des Kastensystems ausgehen. Man geht von präkolumbischen Relikten aus, die von den damaligen Einheimischen angefertigt wurden. In präkolumbianischer Zeit wurde die Isla del Caño, wo diese Kugeln ebenfalls vorkommen, von den Brunca-Indianern als Grabstätte benutzt. Man vermutet, dass es einst eine Begräbnisstätte für höhergestellte Persönlichkeiten der Stämme war.
Neben diesen Steinsphären der Diquis sind nur wenige Artefakte der indigenen Kulturen erhalten. Anders als im Gebiet der Maya, wurden in Costa Rica keine imposanten Zeremonialbauten errichtet. Die bedeutendste archäologische Stätte Costa Ricas ist das Nationalmonument Guayabo.
Die ersten Berichte über die Steinkugeln stammen aus dem späten 19. Jahrhundert, aber wirklich ausführlich beschrieben wurden sie nicht bis in die 1930er Jahre, als sie bei Rodungsarbeiten von Plantagenarbeitern wiederentdeckt wurden.. Anhand vergleichender Studien und Radiokarbondatierungen von Ablagerungen an den Fundstellen gehen die Forscher davon aus, dass die Kugeln zwischen 600 und nach 1000 n. Chr. hergestellt wurden.
Archäologische Ausgrabungen in den 1940er Jahren haben gezeigt, dass die Kugeln schlüssig den präkolumbianischen Kulturen des südlichen Costa Rica zugeordnet werden können. Dennoch ist unbekannt zu welchem Zweck die Kugeln hergestellt wurden, weshalb man auf archäologische Rekonstruktionsversuche angewiesen ist. Die Kultur der Hersteller ist schon kurz nach der Ankunft der spanischen Konquistadoren ausgestorben. Es gibt daher keine erhaltenen Legenden oder Erzählungen der inidgenen Völker Costa Ricas über die Hintergründe der Kugeln.
3 Kommentare:
Diese Kugeln wurden glaube ich überall geklaut, ich habe die bei eingen Ticos im Garten rumliegen sehen. Oder sie liegen irgendwo in einer Ecke am Flughafen rum (z.B. in Sierpe).
Die Kugeln sollen jetzt Unesco Weltkulturerbe werden - hätten sie wahrlich verdient, diese internationale Anerkennung als wertvolles Kulturgut!
SPIEGEL ONLINE berichtet dieser Tage auch darüber...
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,685257,00.html
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