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Donnerstag, September 15, 2011

190 Jahre Unabhängigkeit von Costa Rica

1821 wurde Costa Rica unabhängig von der spanischen Herrschaft. Die Befreiung führte zum Kampf zwischen den alten Kolonialisten und den neuen Liberalen, welche aus dem folgenden Bürgerkrieg als Sieger empor gingen. Alle Versuche, die mittelamerikanischen Länder nach ihrer Unabhängigkeit zu einigen, scheiterten. Juan Mora Fernandez wurde erster Staatschef des unabhängigen Costa Rica. Kaum waren die inneren Unruhen beigelegt, drohte eine neue Gefahr - diesmal aus dem Norden. Im Zuge ihrer Expansion im 18. Jahrhundert trat die USA unter William Walker einen Eroberungsfeldzug nach Mittelamerika an. Doch in Costa Rica wurden die neuen Eroberer von einer 9000 Mann starken Freiwilligenarmee zurückgedrängt. Die Schlacht wurde zum nationalen Mythos in Costa Rica. Der Trommler Juan Santamaría wurde zum Nationalhelden, als er Walkers Verteidigungsstellung in Brand setzte.


Nach der Unabhängigkeit von Spanien am 15.September 1821 ermöglichten vereinzelte abbauwürdige Gold- und Silberfunde die Bildung eines spezialisierten einheimischen Bergbau-Unternehmens, das für kurze Zeit (1823-25) durch britische Investitionen gestützt wurde, bevor die Wirtschaftskrise im Anschluss an die napoleonischen Kriege Englands Kapitalexporte bis 1841 unterband. Die Bergbau-"Elite" wurde zum Schlüsselwort der weiteren Entwicklung.


Nachdem die Einführung des Kaffeeanbaus 1808 zunächst ohne Auswirkungen auf den Außenhandel geblieben war. setzte die Kapitalverlagerung aus dem Bergbau ab 1832 eine auch politische geförderte Kaffee-Expansion in Gang, die jedoch nur begrenzt die Züge der klassischen Entwicklung kapitalintensiver, abhängiger Exportlandwirtschaften trug. Die bestehende Besitzstruktur blieb weitgehend intakt. Erst später entstand mit der Vergabe der Konzession für die Atlantik-Eisenbahn an den US-Amerikaner Minor Keith und der anschließenden Entwicklung des Plantagenanbaus von Bananen um 1878 der Kern einer außenorientierten Wirtschaftsenklave. Von nun an konnte der Kaffee des Hochlandes an den Atlantikhafen in Puerto Limón gelangen. Trotz der zunehmenden fiskalischen Bedeutung der Bananenexportgesellschaften ist jedoch die Kaffeezone im Hochplateau der Schwerpunkt der nationalen Wirtschaft geblieben.

Freitag, Juni 11, 2010

Eindrücke aus Khao Lak


Nur wer sich auf die Suche begibt, findet auch noch heute Spuren der Tsunami-Katastrophe in Khao Lak, der beliebten Urlaubsregion im Süden Thailands. Beispielsweise erinnern viele Pflanzen an die Flutwelle, da sie noch sehr jung erscheinen und erst vor nicht allzu langer Zeit gepflanzt wurden. Außerdem existieren immer noch einige Baustellen.
Davon abgesehen herrscht aber mittlerweile wieder großer touristischer Trubel am Beach von Khao Lak. Tagsüber genießen Urlauber die Sonne am Strand oder auf dem Gelände der Hotelanlage. Auch kann man in den zahlreichen Geschäften in Khao Lak eine regelrechte Shoppingtour starten. In den Abendstunden bieten diverse Restaurants und Tavernen Köstlichkeiten der thailändischen und nahezu jeder anderen internationalen Küche an. Für das Nachtleben ist ebenfalls gesorgt: Kleine Bars und Clubs laden zum feiern ein.
Die Reisenden fühlen sich hier – wieder – sehr wohl, das spürt man als Besucher in Khao Lak deutlich.

Tsunami – Museen erinnern an die Katastrophe

Einige Tsunami-Museen in der Umgebung, erinnern jedoch weiter an die Katastrophe, die sich zum Weihnachtsfest 2004 zutrug.
In Namkem. Einem von Khao Lak ca. 20 km entfernten Dorf, kann man ein Tsunami Memorial besuchen. An einer großen, eindrucksvollen Gedenkwand stehen die Namen der Opfer, die nie gefunden wurden. Ihre Angehörigen bekamen nur durch den Stein mit Ihrem Namen im Denkmal die Möglichkeit, ein Zeichen ihrer Trauer und Gedenken zu setzen. Dem Denkmal steh ein Gebilde ähnlich einer Welle gegenüber, das auf das Denkmal zuzukommen scheint. Ein sehr trauriger, wenn auch beeindruckender Ort.
An den Straßen bis nach Khao Lak sind Schilder zu finden, die auf eine Evakuierungszonen hinweisen. Nach dem Tsunami wurden diese Schilder aufgestellt, um Fluchtwege aufzuzeigen. Heute noch verweisen die Hinweisschilder auf Sicherheitszonen im Falle einer erneuten Katastrophe und lassen dabei die Tragödie von 2004, nicht in Vergessenheit geraten.

Donnerstag, März 25, 2010

Die Steinkugeln von Costa Rica


Überall in Costa Ricas "Zona Sur" sind diese prähistorischen Steinkugeln (span.: bolas) zu finden. (Im Foto links ein Ausstellungsstück aus dem Nationalmuseum in San José)

Sie sind aus Granit und nahezu perfekt rund. Man weiß, dass sie von Menschenhand an die Fundstellen gebracht worden sein müssen, da das Material dort nicht vorkommt. Wie diese Kugeln, die ein Gewicht von bis zu 15 Tonnen und einen Umfang von bis zu 3 Metern haben, dorthin verbracht worden sind, ist unbekannt. Auch über die Bedeutung dieser bolas gibt es nur wage Vermutungen, die von religiösen Gründen bis hin zu einem Statussymbol innerhalb des Kastensystems ausgehen. Man geht von präkolumbischen Relikten aus, die von den damaligen Einheimischen angefertigt wurden. In präkolumbianischer Zeit wurde die Isla del Caño, wo diese Kugeln ebenfalls vorkommen, von den Brunca-Indianern als Grabstätte benutzt. Man vermutet, dass es einst eine Begräbnisstätte für höhergestellte Persönlichkeiten der Stämme war.

Neben diesen Steinsphären der Diquis sind nur wenige Artefakte der indigenen Kulturen erhalten. Anders als im Gebiet der Maya, wurden in Costa Rica keine imposanten Zeremonialbauten errichtet. Die bedeutendste archäologische Stätte Costa Ricas ist das Nationalmonument Guayabo.

Die ersten Berichte über die Steinkugeln stammen aus dem späten 19. Jahrhundert, aber wirklich ausführlich beschrieben wurden sie nicht bis in die 1930er Jahre, als sie bei Rodungsarbeiten von Plantagenarbeitern wiederentdeckt wurden.. Anhand vergleichender Studien und Radiokarbondatierungen von Ablagerungen an den Fundstellen gehen die Forscher davon aus, dass die Kugeln zwischen 600 und nach 1000 n. Chr. hergestellt wurden.

Archäologische Ausgrabungen in den 1940er Jahren haben gezeigt, dass die Kugeln schlüssig den präkolumbianischen Kulturen des südlichen Costa Rica zugeordnet werden können. Dennoch ist unbekannt zu welchem Zweck die Kugeln hergestellt wurden, weshalb man auf archäologische Rekonstruktionsversuche angewiesen ist. Die Kultur der Hersteller ist schon kurz nach der Ankunft der spanischen Konquistadoren ausgestorben. Es gibt daher keine erhaltenen Legenden oder Erzählungen der inidgenen Völker Costa Ricas über die Hintergründe der Kugeln.