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Dienstag, Juli 02, 2013

Ya mann! Rasta, Reggae und Re..ääh LINKSverkehr - Ein Reisebericht aus Jamaika (Teil 7)

Die Jamaikaner und die Musik

Der heutige Teil meines Reiseberichts fällt leider eher kurz aus.

Was soll ich sagen… unglaublich, aber wahr, wir haben so gut wie keinen Reggae auf Jamaika gehört. Wir haben im Auto während unserer Fahrt immer das Radio aufgedreht, aber alles was dabei rauskam waren leider nur irgendwelche US amerikanischen Frequenzen, die weit entfernt von Reggaeklängen eher bösartigen Gangsta Rap oder herzzerreißende Balladen von Beyoncé gespielt haben. Das, worauf ich mich am meisten gefreut hatte, hat mir während unserer neun Tage Aufenthalt am meisten gefehlt und ich hätte niemals vermutet, dass tagsüber, in den Hotels, in den Taxis, Restaurants und am Strand so wenig Musik und vor allem so wenig Reggae gehört wird.

Wand mit Bildern und Trophäen jamaikanischer Legenden im "Legends Hotel" in Negril

Bitter enttäuscht war ich umso mehr, als wir nicht einmal mehr die Möglichkeit hatten in die Landeshauptstadt Jamaikas und in DAS Zentrum für das jamaikanische Nachtleben zu fahren. Klar, wir waren in Kingston, aber wir sind direkt zum Flughafen gefahren.

Deswegen kann ich leider nur wiedergeben, was ich gehört oder gelesen habe und was mir von anderen Reisenden und Jamaikanern erzählt wurde:

Musik ist ein zentrales Element der jamaikanischen Bevölkerung und Teil des Lebensgefühls.
Kingston ist tonangebend auf Jamaika und auch musikalische Hauptstadt der Karibikinsel. Berühmt für sein Nachtleben und die Clubs, in denen man sich schwitzend und im Takt der wummernden Musik zu Dancehall Klängen wiegt und abstrampelt als gäbe es kein Morgen mehr. Durch Mikrophone werden gegeneinander tanzende Menschen angefeuert und nicht selten passiert es, dass man als Ausländer gekrallt und auf die Tanzfläche gedrückt wird. Da hilft nur, Augen zu und durch und zeigen, dass auch wir alles schütteln können, was wir haben :-)
Jedes Jahr gibt es mehrere große Musikfestivals, auf denen Reggae regelrecht zelebriert wird und dem großen Bob Marley, dessen Museum ebenfalls in Kingston steht, gehuldigt wird.

Neben Bob Marley, gibt es ja noch viele andere, auch hierzulande bekannte Künstler wie Inner Circle („Sweat (a lalalalalong)), Chaka Demus („Tease me“, „Murder she wrote“), Shaggy („Mr. Bombastic“, „Angel“) oder den Dancehall Sean Paul („Get busy“, „Got 2 Luv U“).

Tja, der Bericht ist jetzt doch schon wieder länger geworden, als ich zu Anfangs gedacht habe, aber das liegt wohl einfach auch daran, dass man nicht ohne Grund Jamaika automatisch mit Musik verbindet und man wohl tatsächlich auch ohne dort gewesen zu sein einen ganzen Aufsatz darüber schreiben könnte.

Für mich heißt es eigentlich nur, dass ich irgendwann noch einmal hinfliegen muss, da ich wohl wirklich eines der elementarsten Dinge eines jeden Jamaika Aufenthalts verpasst habe. Beim nächsten Mal werde ich auf jeden Fall ins Bob Marley Museum gehen und mir die Nächte um die Ohren schlagen :-) Ya Mann!

Mittwoch, Juni 19, 2013

Ya mann! Rasta, Reggae und Re..ääh LINKSverkehr - Ein Reisebericht aus Jamaika (Teil 1)

Bis zum vergangenen Oktober wusste ich nicht sonderlich viel über Jamaika, außer, dass es in der Karibik liegt, es traumhafte Strände haben soll und man sich Tag und Nacht zu den Tönen von Bob Marley in Hängematten wiegt.

So sieht es an vielen Stränden Jamaikas aus - einfach traumhaft!

Schon bevor ich überhaupt mein Abitur hatte und wusste, dass ich irgendwann einmal bei einem Reiseveranstalter landen werde, wollte ich immer irgendwann einmal auf die kleine Insel Jamaika. Bitte jetzt keine falschen Vorurteile – ich hatte weder Dreadlocks bis zum Hintern noch war ich besonders an irgendwelchen Gräsern interessiert. Ich habe auch nicht von früh bis spät Reggae gehört, aber auf irgendeine Art und Weise hat mich Jamaika immer magisch angezogen.

Hier lässt sich die drückende Mittagshitze gut aushalten

Somit habe ich bereits in den ersten zwei Absätzen die bekanntesten Vorurteile über Jamaika zusammengefasst. Aber wie ist es tatsächlich – in Jamaika?

Im Oktober 2013 bin ich von Frankfurt aus direkt bis nach Montego Bay geflogen. Meine Tante, die mich immer gerne auf solchen Reisen begleitet, war auch wieder mit dabei.

Erste Eindrücke

Wir landen am späten Abend. Und schon am Flughafen sollen sich einige der Dinge bestätigen, die man über Jamaikaner gehört haben mag. Extrem entspannt - unsereins, Mitteleuropäer, immer korrekt, immer etwas spießig und ungeduldig würde wohl eher behaupten extrem langsam – werden wir von einer Repräsentantin des Fremdenverkehrsamtes begrüßt und zum Büro der Mietwagenfirma geführt, wo sich die Dame sogleich auch wieder verabschiedet und uns der Dame des Mietwagenbüros überlässt. Ganze eineinhalb Stunden später haben wir dann auch die Papiere unterschrieben, was sich wohl (aber das ist nur eine vage und ziemlich übertriebene Spekulation) durch die zusätzliche Anmietung eines Handys und eines Navigationssystems hingezogen hat. Aber alles ist natürlich no problem, wie uns schon nach der ersten Minute versichert wird. Trotzdem haben wir nach dem Langstreckenflug und bei gefühlten 30° Grad Temperaturunterschied so unsere Schwierigkeiten fünf Gänge zurück auf den jamaican speed herunterzuschalten.

Es war ja nicht unsere erste Reise in diese Region. Zuvor waren wir beiden schon in Costa Rica und Nicaragua unterwegs und ich für meinen Teil auch in Panama und El Salvador. Dass es nicht überall auf diesem Globus so hektisch zugeht, war uns also durchaus bekannt. Doch ich vermute, nach zwischenzeitlich weiteren Besuchen in verschiedenen Ländern, dass die Karibik noch etwas extremer ist. Aber ich möchte dies an dieser Stelle betonen - genau das ist es, was ich als absoluten Pluspunkt empfinde und wirklich JEDEM empfehle, der sich „entschleunigen“ möchte.

Typischer Straßenverkauf von "jerk chicken" - Achtung: gibt es nur in den Varianten SCHARF und SEHR SCHARF...

Nun gut, zurück zu unseren ersten Eindrücken – wir verlassen den Flughafen und warten vor dem Gebäude auf unseren Mietwagen. Ohne an etwas Böses zu denken, beginnt meine Tante sich eine Zigarette anzuzünden… Keine 5 Sekunden später kommt ein Mann mittleren Alters, adrett gekleidet, auf uns zu und fragt, ob wir auch noch etwas anderes rauchen möchten. Etwas verlegen aufgrund der unverblümten Frage auf offener Straße antworte ich ihm, dass ich nicht rauche und meine Tante lediglich Zigaretten. Ein etwas verblüfftes Gesicht, eine höfliches „sorry Maam“ und weg ist er. Tja, ich glaube, nicht nur, weil ich so müde bin, fühle ich mich gerade etwas verwirrt und sehe wohl auch so aus. Doch das soll nicht das letzte Ereignis sein, das einem spüren lässt, dass dieses Land in einem ganz anderen Rhythmus tickt…